Alles für die Katz' in Katzenhausen

Unsere Katzen sind reine Stubentiger - Freigang ist nicht erlaubt und wäre für uns auch eine schreckliche Vorstellung. Wenn ich nur daran denke, dass ich jeden Tag darum zittern müßte, ob die Katzen auch unbeschadet wieder nach Hause kommen....
Ein absolutes "No-Go".

Dafür, dass es unseren Katzen im Haus an nichts fehlt, haben wir allerdings auch ein bisschen was getan. Mittlerweile ist aus unserem Zuhause ein richtiges "Katzenhausen" geworden. Wir haben 2 stabile, hohe Kratzbäume angeschafft, die auch den Ansturm unserer Norweger aushalten. Außerdem stehen hier zwei tolle Kratz-Tonnen, die sowohl auf der obersten Liegefläche als auch in den Höhlen auf den drei verschiedenen Ebenen viel Platz für die Katzenbande bieten.

 

Natürlich sind auch noch unzählige Katzen-Bettchen, Liegedecken und anderes Zubehör im ganzen Haus verteilt.

   

Die Katzen dürfen sich im ganzen Haus aufhalten. Es gibt nur ganz wenige Tabu-Bereiche. Der Kellerraum, in dem die Aquarien stehen, ist für sie nur unter Aufsicht begehbar. Leider hat unsere Careful schon als kleine Katze ihre Begeisterung für Kabel entdeckt. Sie hat alles aus Plastik zum Fressen gern. Und sie krabbelt in jede noch so kleine Ecke. Aragon fndet es sehr spannend, sich den Bauch auf den Aquarium-Abdeckungen zu wärmen. Und mit dem ganzen Zubehör, das dort in dem Raum steht, ist es uns einfach zu gefährlich, die Fellnasen unbeaufsichtigt zu lassen.

Auch das Badezimmer ist so ein NEIN-Raum :-), und die Tür bleibt geschlossen, wenn wir nicht zu Hause sind. Als Bella und Paulinchen noch klein waren, war der Raum immer offen. Eines Tages haben sie dann den kleinen Abfalleimer, den man üblicherweise dort stehen hat, als Spielgerät entdeckt. Sie haben ihn komplett ausgeräumt und alle Kleenex-Tücher, Q-Tipps, Taschentücher und leeren Zahnpasta-Tuben, die sie darin fanden, im gesamten Haus verteilt. Das war ein lustiger Aufräum-Abend :-) Seither bleibt die Badezimmertür geschlossen. Mit uns gemeinsam dürfen sie natürlich hinein. Und Careful hat auch schon mitbekommen, dass die Tür nicht immer ganz schließt. Also hat sie solche Gelegenheiten dann auch genutzt, um nachzuzählen, wieviel Blatt auf einer Klorolle nun wirklich drauf sind, um nachzusehen, was in den Regalen steht und um zu prüfen, ob nicht irgendeiner der dort aufbewahrten Gegenstände sich als Katzenspielzeug eignet. Und für unsere Carrie eignet sich ganz viel als Spielzeug :-D.

Und auch, wenn sich jetzt viele Nicht-Haustierhalter wundern: Unsere Katzen dürfen mit uns im Bett schlafen. Sie tun es nicht immer. Im Sommer ist es ihnen meistens zu warm. Aber im Winter werden die zusätzlichen Kuschelmöglichkeiten gern genutzt. Und ich finde es immer wieder herrlich, von Katzen in den Schlaf geschnurrt zu werden. Nicht alle Katzen finden Menschen-Betten toll. Unser Paulinchen zum Beispiel hat sich niemals herabgelassen, ihr Nachtlager bei uns aufzuschlagen. Sie kam allenfalls morgens zur Begrüßung vorbei. Bei Einstein, der ja in vielen Dingen einzigartig ist (das muss am Namen liegen...) fand lange Zeit alles spannender, als mit uns in einem Bett zu liegen. Mittlerweile hat er allerdings auch gemerkt, dass so ein Menschenbett ganz schön kuschelig ist. Bella, Gipsy, Aragon und Careful sind regelmäßig da. Meistens sind sie auf meiner Seite. Entsprechend krumm und schief liege ich dann oft und habe morgens meine liebe Mühe, zwischen all den Pfoten aus den Decken zu krabbeln.

Überhaupt halten sich unsere Katzen liebend gern dort auf, wo wir sind. Sitze ich abends auf dem Sofa und lese die Zeitung, leistet mir mindestens eine Fellnase dabei Gesellschaft, blättert mit um oder locht mit spitzen Zähnchen die Seiten, die ich schon gelesen habe. Ok - manchmal auch Seiten, die ich noch nicht gelesen habe. Abends, wenn ich im Arbeitszimmer vor dem PC sitze, legen Aragon oder Careful sich gern zwischen mich und die Tastatur. Gern legt Aragon auch eine Pfote auf meine "Maushand", was dann allerdings das Arbeiten schon etwas erschwert ;-).

In unserer Küche gibt es selbstverständlich einen Schrank, in dem lauter Katzenzubehör und Futter aufbewahrt wird. Und die Bande registriert ganz genau, wenn diese Tür geöffnet wird. Wie aus dem Nichts sind sie plötzlich alle da. Jede Katze hat ihren eigenen Futternapf, was auch nützlich ist, wenn mal eine einzelne Katze ein Medikament oder eine Nahrungsergänzung bekommen soll, die für die anderen nicht nötig oder sogar schädlich ist. Zum Fressen hat jede Katze ihren angestammten Platz. Das machen wir schon allein deshalb, damit Gipsy nicht ratz-fatz alle Näpfe einmal "abschreitet" und leer futtert. Auf diese Art kann ich auch immer genau sehen, ob alle gut essen oder ob irgendwo der Appetit nicht soooo groß ist. Solche Dinge sind bei 5 Katzen natürlich sonst schlechter zu beobachten.

Ihr Wasser bekommen unsere Fellnasen seit einiger Zeit aus Keramik-Brunnen. Das Wasser fließt und plätschert leise vor sich hin, und zwar so, dass die Katzen es richtig spannend finden. Sie trinken aus diesen Brunnen eindeutig mehr als aus normalen Näpfen. Und nicht einmal unsere wilde Hummel Careful hat bis jetzt eine wirkliche Sauerei mit den Brunnen angerichtet. Ich muss allerdings zugeben, dass sie es manchmal lustig findet, erst ihre Pfötchen ins Wasser zu tunken und dann abzulecken. Natürlich hat sie auch als erste herausgefunden, dass man ja mal versuchen könnte, dieses Loch oben auf der Kugel, aus dem das Wasser heraus kommt, mit der Pfote zu "verschließen" ;-). Auf solche Ideen kommt aber wirklich nur sie. Sie hat da offenbar ein eingebautes "Ingenieur-Gen", das dafür sorgt, dass sie immer alles genau untersuchen muss.

Und auch für genügend und ausreichend große "stille Örtchen" muss gesorgt sein. Eine alte Faustregel sagt aus: 1 Klo mehr als Katzen im Haus sind. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen. Wir haben jedenfalls zur Zeit 5 Katzentoiletten für 5 Stubentiger hier stehen. Ich bin schon mächtig froh, dass wir ein Haus mit Keller haben, denn dort ist wirklich ein sehr guter Platz dafür. Eigentlich hatten wir ganz normale Katzentoiletten gekauft. Für unsere Perser und den kleinen Aragon reichten die allemal. Als Aragon dann größer wurde, habe ich regelmäßig Lachanfälle bekommen, wenn ich im Keller mal gesehen habe, wie er im Klo sitzt. Der halbe Kater guckte raus - es hätte nur noch gefehlt, dass er "KUCKUCK" gerufen hätte :-D. Also kam noch ein sogenanntes Jumbo-Klo dazu. Und in das passen sogar Aragon und Einstein ganz hinein. Wobei sie allerdings die anderen Klos mindestens genau so gern benutzen. Man sieht also: Als Katzenhalter ist man nicht nur Dosenöffner, sondern auch noch Klopersonal...

Ebenso wichtig ist auf jeden Fall auch ein ordentlicher Bestand an Spielzeug. Mäuse, Bälle, Federwedel, Katzenangeln, erbärmlich stinkende Baldrian-Kissen und Spielfiguren, die mit Katzenminze gefüllt oder geimpft sind, füllen hier ganze Körbe. Die Herrschaften haben selbstverständlich nicht jeden Tag Lust auf die gleichen Sachen. Und von Zeit zu Zeit nutze ich das kurze Katzengedächtnis schamlos aus. Einige Spielzeuge werden für eine gewisse Zeit in Schränke gepackt. Und wenn ich sie dann nach Wochen wieder hervor hole, hab ich lauter glückliche Fellnasen, die das "neue" Spielzeug wieder gaaaanz aufregend finden. Und wenn mal gar nichts Spannendes zur Hand ist, wird auch gern mal ein Stück Papier vom Schreibtisch geklaut und munter durchs Zimmer gespielt. Wenn das ganze Spielzeug mal nicht zur Unterhaltung der Katzen dient, ist es im übrigen auch prima dafür geeignet, den Menschen im Weg zu liegen - so ist das, wenn man Katzen hat.

Und was das Spielen angeht, sind unsere Katzen - allen voran die Norweger - besonders erfinderisch. Careful hat ungefähr 1 Jahr gebraucht, bis sie es raus hatte, den Wasserhahn im Badezimmer zu öffnen. Sie hat mit ihren kleinen, spitzen Zähnchen so lange an dem Hebel rumgewerkelt, bis sie ihn hochgezogen bekam. Mittlerweile hat sie ihr Verfahren perfektioniert. Es gibt nur noch sehr wenige Versuche, bei denen es ihr nicht gelingt, dem Wasserhahn sein kühles Geheimnis zu entlocken. Dann sitzt sie voller Begeisterung auf dem Beckenrand, patscht mit den Pfötchen in den Wasserstrahl und freut sich ihres Lebens. Sie ist mit dieser Marotte einmalig in unserem Katzen-Haushalt. Niemals habe ich eine andere Katze bei solchen Freizeitvergnügungen beobachtet. Ich bin insgeheim sehr froh, dass sie dieses Spielchen bisher noch nicht in der Küche ausprobiert hat. Der Hebel am dortigen Wasserhahn wäre ja für sie weitaus bequemer, weil länger und sicher besser zu "greifen" - aber er ist offenbar nicht spannend genug.

Da unsere Fellkinder ja nicht im Freigang leben, aber trotzdem ein wenig frische Luft schnuppern sollen, haben wir unseren Balkon an die Katzen abgetreten. Er ist mit einem Zaun versehen, so dass keine der Neugiernasen auf die Idee kommen kann, mal auf dem Geländer spazieren zu gehen. Auf dem Balkon stehen 2 Outdoor-Kratzbäume und ein Häuschen. Außerdem noch ein Rascheltunnel zum Spielen, ein Körbchen zum Gemütlichmachen und im Sommer natürlich ein kleiner "Katzen-Pool", denn unsere Norweger lieben das nasse Element und spielen gern mit den Schwimmtieren, die darin dümpeln. Auch hier ist unsere Careful die wagemutigste. Sie "rettet" regelmäßig die kleinen Moosgummi-Seesterne vor dem Ertrinken und bringt sie im Mäulchen ganz triumphierend ins Zimmer, um sie dort auf dem Teppich trocknen zu lassen. Man sieht also: Careful ist auf jeden Fall immer für eine Überraschung gut. Die Perser lieben es, einfach auf dem Boden des Balkons zu liegen und sich den Wind durchs Fell pusten zu lassen, während die Norweger immer auf den höchsten Plätzen der Kratzbäume thronen, von wo sie "ihr Revier" überblicken. Und sie wollen auch im Winter gerne raus, was sie natürlich dann auch dürfen. Allerdings achte ich dann schon darauf, dass sie nicht stundenlang in der Kälte hocken.

Im kommenden Frühjahr werden wir unsere Terrasse noch katzensicher einzäunen, so dass wir alle gemeinsam die hoffentlich schönen Sommerabende draußen genießen können. Wie man sieht, ist der Name "Katzenhausen" also ziemlich zutreffend.